Die bayrische Enklave Abidjans oder der erste Abschied

Abidjan-Koumassi, 04. Juli 2008

Gestern habe ich mich von Martial verabschiedet. Jedenfalls erst einmal offiziell. Ich hatte ihn in ein deutsches Restaurant - das Einzige in Abidjan - eingeladen. Natuerlich erfuellt dieses Restaurant alle denkbaren Stereotypen ueber Deutschland. Der Inhaber ist ein Bayer und daher hat er sein Eigentum natuerlich in weiss-blau eingerichtet und liess durch seine Boxe zuenftige Blassmusik droehnen. Immerhin konnte ich somit einmal wieder ein Weissbier trinken oder wie die Franzosen sagen: "bière blanche allemande".

Der Restaurantbesitzer, ein sehr netter Mann und Freund des Botschaftes, erzaehlte mir, dass die deutsche Gemeinschaft in der Côte d'Ivoire nicht mehr allzu gross ist. Mit mir ist es eine gemuetliche Runde von 45 Personen. Vor der politischen Krise 2002 waren es noch rund 2.000. Sie arbeiteten bei Siemens, Bosch, Hertz und vielen anderen deutschen Unternehmen. Doch als die politische Situation eskalierte, die aggressive Stimmung gegen die weissen Bewohner ihren Hoehepunkt erreichte, waren die meisten schon geflohen. Nur wenige sind geblieben, die grossen deutschen Unternehmen habe ihre Filialen aufgegeben.

Nun mit dem ersten Abschiedsessen, Abschiedsgeschenken und sonstigen Vorbereitungen fuer die baldige Heimkehr wird mir, auch wenn es noch immer nicht so recht in meinem Kopf passen moechte, klar, dass ich bald nicht mehr in Abidjan leben werden. Schon am Dienstag habe ich mich von Père Albert verabschieden muessen, er ist in sein Heimatland, dem Kongo, zum Ausspannen geflogen. Aber im August wird auch er defintiv Abidjan verlassen, er beginnt ein weiterfuehrendes Studium an der salesianischen Universitaet UPS in Rom.

Eine knappe Woche bleibt mir noch. Schon jetzt ist sie mit Terminen voll bepackt. Ich versuche dennoch, die letzten Tage zu geniessen. Besonders das Zusammensein mit den Jungs.

4.7.08 15:44

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Werbung